Mariss Mežgals

Die Geschichte

Mariss Mežgals — zwanzig Jahre Arbeit, ein sturer 964, und die Werkstatt, die daraus entstand.

Mein Vater war Ingenieur. Er gab mir das Fundament in der Mechanik; die Haltung habe ich mir selbst beigebracht.

Meine erste richtige Reparatur war ein Suzuki Samurai. Der erste Fast & Furious war gerade ins Kino gekommen, und die Leute versammelten sich zum ersten Drag Race unserer Stadt. Ich stand gegen eine Reihe Honda Accords an der Linie. Der Suzuki sprang nach vorn — und das war's. Gebrochene Kupplung. Ich erzählte meinem Großvater, wir hätten versucht, einen steilen Hügel hinaufzufahren, und baute sie dann selbst neu auf.

Autos und Motorräder sind seitdem Teil meines Lebens. Audi S4- und RS4-Projekte. VW-Bauten. KTM-Motorräder. Schweißen, Reparieren, meine ersten Motoraufbauten — bis ich mir endlich den Porsche leisten konnte, auf den ich hingearbeitet hatte: einen 964 C4. Ich besitze ihn noch.

Zwanzig Jahre Arbeit haben mich drei Dinge gelehrt: Qualität ist nicht verhandelbar, ein schwieriges Projekt zu Ende zu bringen erfordert Linientreue, und das lohnendste an diesem Handwerk ist, jemandem zu helfen, einen Schritt ins Unbekannte zu wagen. Auf diesen Werten ist OdaFab gebaut.

Die Werkstatt

OdaFab steht am Rand von Riga in einem arbeitenden Industrieviertel — kein Showroom. Das Licht ist gut, der Boden ist Beton, und der Geruch ist der Geruch, den jede Werkstatt hat: Öl, Grundierung, die Luft-Kühlung eines 911, der eine Stunde lief. Autos kommen hierher, um repariert zu werden, nicht um fotografiert zu werden.

Riga, und eine weitere Straße

Lettland ist ein kleines Land mit einem langen Gedächtnis für Handwerk. Die Porsche-Gemeinschaft hier ist klein, eng und ernst. Die meiste unserer Arbeit reist — Besitzer kommen aus Deutschland, dem Norden und ganz Europa, weil die Arbeit die Arbeit ist und Autos gut reisen. Wir sind in beide Richtungen zufrieden.

Der 964, der nicht geht

Ich kaufte meinen 964 C4 in dem Jahr, in dem ich ihn mir endlich leisten konnte. Ich konnte ihn seitdem nicht verkaufen. Er ist das Auto, das mir beigebracht hat, was ein Porsche seinem Besitzer schuldet — nämlich fast nichts — und was ein Besitzer dem Auto schuldet: Zeit, Aufmerksamkeit, die Bereitschaft, zu reparieren, was kaputt ist, bevor es das Einzige wird, woran man denken kann.